Mittwoch, 16. März 2016

16. März 2016 | Nachtragen, Nachholen

Der Kalender ist momentan wirklich ausgelastet. Hier Proben, dort ein Polterabend, hier ein Der Herr der Ringe-Halbmarathon, dort ein Geburtstag, hier eine Prüfung, dort ein letzter Besuch bei der Praktikumsstelle. Da kommt man ja kaum zu Bloodborne und dabei bin ich doch fast durch (also mit dem ersten Durchlauf; ich bin davon überzeugt, zu wissen, was passiert, sobald ich einmal storymäßig ganz durch bin). Da beschwert er sich wieder, zu viele soziale Aktivitäten, zu wenig Alleinsein, mimimi. Allein sein kann man, wenn man schlafen geht (klingt irgendwie traurig).

Dafür einige schöne Ereignisse: Probenwochenende war anstrengend, aber schön und produktiv. Enthielt leider eine der sinnlosesten Aktionen, an der ich jemals beteiligt gewesen bin (am Samstag Abend zu zwölft durch Wiesbaden stolpern und eine Kneipe suchen, die noch genug Platz für uns alle hat - ich schätze ja menschliche Hoffnungen, aber irgendwo hört's auf). Fühlte mich bei Heimkehr völlig gerädert, ebenso, als ich am nächsten Morgen zur mündlichen Prüfung in "Führung und Gesundheit" (das hätten wir am Samstagabend gebraucht!) kroch - doch als ich wieder rauskroch, war ich völlig fit und energiegeladen wie lange nicht mehr! Die heilende Kraft der Universität, nie geglaubt, nun erlebt. 10 Punkte bei der Prüfung, was echt gut war dafür, dass ich zwei abgefragte Themen gar nicht und den Rest sehr sporadisch gelernt hatte. Die schriftliche am Freitag ist mir egal, wenn ich da durchfalle, blamiere ich mich nicht direkt vor fremden Augen. Abgesehen davon, dass mich das Ergebnis so oder so nicht interessiert (das "Führungs"-Zeug mochte ich immerhin tatsächlich).

Mittlerweile haben wir zwei von drei Akten mehrmals erfolgreich durchgespielt, fehlt noch der (kurze) dritte. Der ist heute dran und bis auf meine plusminus 15 Zeilen stehe ich hauptsächlich herum und kommentiere das wilde Geschehen mit einem verwirrten Blick. Entspannt genug. Und zuvor noch ein Wagnis: Da ich heute zu faul zum Kochen bin, gönne ich mir endlich wieder etwas Feines bei McDonald's und beobachte, wie meine immer noch etwas angeschlagene Kehle auf kühle Cola reagiert. Riskant, aber ohne Risiko kein #swag.

Habe mehr oder minder beschlossen, im Mai (entsprechend nach den nächsten MRTs) meiner Mama von meinem Zustand zu berichten. Irgendwie nicht fair, sie so lange im Dunkeln zu lassen. Habe natürlich mehr Angst vor ihrer Reaktion (nicht dass sie mir ganz wegkippt) als vor dem drohenden Tod, aber das ist doch ganz normal und was sein muss, das muss sein. So, jetzt kann ich auch nicht mehr abschweifen, sonst wäre ich ja ein öffentlicher Feigling. Alles eine Frage der Taktik.

Und weil versprochen, hier endlich die Furcht-Liste:

4 Werke voller Furcht


1. Bloodborne von FromSoftware

Ist es hier sicher? Wird mich der Gegner dort vorne töten? Werde ich wieder alle meine Blutechos verlieren und sie nicht wiederbekommen? Lauert dort vorne etwa ein Bossgegner? Wird dieses ekelhafte Etwas mich mit wenigen Schlägen eliminieren? Wird mir hier jemand in den Rücken fallen? Muss ich da wirklich durch? Muss ich hier wirklich kämpfen? Kann ich das überleben?

Irgendwann gewöhnt man sich dran und besiegt die Ängste. Wer braucht schon einen Schild zum Dahinterverstecken, wenn er mit ungeschützter Brust voraus ins Verderben rennen kann, als Schutz das Wissen, dass mit den nötigen Reflexen und etwas Ausdauer auch die schrecklichste Bestie bezwungen werden kann. Wie eine Konfrontationstherapie für Angst im Allgemeinen. In meinem Fall eine recht erfolgreiche.

2. Inland Empire von David Lynch

Völlige Uneindeutigkeit, die in völliges Chaos ausartet. Aber nix mit "nur genießen, nicht verstehen"! Das Äußere ist das ins Extreme getriebene Innere und dieses lässt sich immer heilen. Durch einen Gedanken, ein Erlebnis, vielleicht durch einen Film. Am Ende kommt die Rettung durch die Kunst als einen Spiegel. Und etwas derart Schönes hat man sich nach all dem Horror ja gar nicht mehr erhofft.

3. Blair Witch Project von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez

Man muss sich natürlich darauf einlassen können. Aber wenn (und mir gelingt das bei Found Footage eigentlich immer), dann ist alles, was augenscheinlich nicht ins Erfahrene und Erwartbare fällt, ein Schauer über den Rücken und ganz, ganz direkter Horror. Es reichen ganz simple Dinge, um Angst zu erschaffen, und sie sind nicht wirkungsloser als die komplizierten. "Menschen haben Angst, weil sie zuviel denken." Ja, das tun wir. Oh Gott, was war das für ein Geräusch?!

4. Amnesia: The Dark Descent von Frictional Games

Nein, ich habe bisher nicht mehr als zwei Stunden durchgehalten. Immerhin so, wie man es spielen sollte: Alleine im Dunkeln mit Headset. Dass ich mich damals (anno 2012) direkt danach nicht mehr in den dunklen Flur getraut habe, um auf's Klo zu gehen, reicht mir aber, um's in die Liste zu packen. Und sobald ich die zweite Episode von Penumbra (Quasi-Vorgänger) gespielt habe, setze ich mich eines späten Abend auch wieder dran, versprochen. Und irgendwann auch an Soma. Nach Bloodborne habe ich doch keine Angst vor Spielen, oder? Oder..?

Kommentare:

  1. Tu dir Amnesia unbedingt nochmal an (alleine im Dunkeln). Wenn man's überstanden hat, fühlt man sich so seltsam optimistisch...

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  2. Hey :p
    So wie du hier deinen Blog schreibst, mit was für einen Witz finde ich fantastisch!
    Du scheinst ein super Kerl zu sein! Genau solche Leute mag ich.
    Ich werde deine Texte weiter verfolgen, da du trotz deiner tragischen/traurigen Situation immernoch so cool bist und dein Humor nicht verloren scheint.. :)
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dein Zustand sich noch irgendwie verbessert, sei es durch die Medizin oder durch irgendein Wunder!
    Bleib stark, zock deine Games noch durch und schreib weiterhin Texte, den das kannst du echt gut! :D
    Ich freue mich drauf wieder was von dir zu lesen!
    Du bist ein Klasse Typ! :p
    -Grüße Natalie

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  3. Die wichtigste Frage bei Bloodborne oder der Souls-Reihe ist doch: "Ist das eine Falle?". Auf diese folgt in der Regel dann ein "Oooh."

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  4. Oh ja, Blair Witch Project! Bin bei Horror fast nicht aus der Ruhe zu bringen, aber dieser substile Streifen ließ mich 90 Minuten angespannt, in einer schutzsuchenden Position im Kinosessel ausharrend, völlig verängstigt aus dem Film gehen! Unerwartet großartig!

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