Dienstag, 31. Mai 2016

31. Mai 2016 | Nie zu lange irgendwo

Neuer, definitiver (?) Entlassungstermin: 9. Juni. Kann ich dem wirklich trauen. Horrorvorstellung: Werde nicht nach Hause, sondern einfach zurück ins Klinikum verlegt. Das ist angesichts meines Zustands wohl eher unwahrscheinlich, aber das ist eben mein Geheimnis: Ich habe immer Angst. (stimmt eigentlich gar nicht)

Gestriger Gewinn: Ohne Hilfe (teilweise) geduscht. Komme wieder an Beine und Füße, auch in der Physiotherapie ist Beugen öfters die Möglichkeit. Und es braucht ganze 60 Treppenstufen hoch, um mich in einen Nahtodzustand zu versetzen. Finde ich gar nicht übel. Dafür brannte der Mund heute Abend so sehr, dass ich nichtmal das Wurstbrot, was meine Mutter mir gebracht hatte (mit richtiger Wurst drauf), aufessen konnte. Habe fast geweint beim Kauen. Bitte nicht wieder, manche Sachen funktionieren doch auch als Einzelerfahrungen gut. Gut, sei froh, dass du deine Beine noch hast.

Kann mir langsam vorstellen, wieder zuhause zu wohnen. Nicht ganz leicht, aber doch. Ja, Waschen wird ein Spaß und ob ich das mit Kochen und Einkaufen alleine so gut hinkriege... naja, bin ja gar nicht allein, von daher. Klappcouch zum Immerwiederbeziehen? Eigentlich auch nicht unrealistisch. Dafür: Beamer, Konsolen und wieder Filmabende aller Art. Habe noch ein paar ungeschaute und ungezeigte Schätzchen hier. Look at my movie collection, ye Mighty, and despair! 

 Die letzten Tage müder, vielleicht zu viel Besuch. Aus- und Nachschlafen tue ich schließlich genug. Wird denn mein Korb noch zum Auszug fertig? Wäre zu traurig, ein unfertiger Korb, und ich weiß ja nichtmal, wie man den zu Ende macht. Will einen fertigen. Ich lag einen Monat lang im Krankenhaus und einen Monat in der Reha und alles, was ich dafür bekam, war ein Korb. Den ich selbst flechten musste. (und noch Dinge wie lauffähige Beine, keinen Querschnitt und weitere Kleinigkeiten, um fair zu sein)

Und ich bin mal listenwillig und mal ganz ego:

5 Dinge, die ich mittlerweile echt vermisse:


1. Sushi

Sonst doch mindestens einmal im Monat zum Buffet. Sushi ist Liebe, Sushi ist Leben. Ich weiß auch gar nicht, ob ich bei dieser Mundschleimhaut viel Spaß daran hätte. Auf Wasabi kann ich auf jeden Fall verzichten, wenn ich das Lokal nicht vollweinen will.

2. Beamer

Vor allem alws Gesellschaftsevent. Wenn dich Leute besuchen, kannst du ihnen irgendwas Schönes zeigen. So redest du, bis es nichts mehr zu reden gibt, und dann streckt man sich paarmal wortlos und sie fahren weg. Und dann redet man noch von guten Filmen und kann nichts zeigen. Schreckliche Hilflosigkeit.

3. PS4 (+ PS3)

Wir erinner uns: Ich habe Bloodborne aufgrund des DLCs immer noch nicht ganz durch und über Ostern gab's ja auch diesen größeren Einkauf. Und dann muss ich ja noch ein paar Highlights auf der PS3 beenden (von Shadow of the Colossus über MGS IV bis GTA V) Ja, muss.

4. Beim Frühstücken am Laptop sitzen

Müsli schlurfen und schonmal Mails checken, nach neuen Angeboten suchen und so weiter. Nicht in einem großen Raum mit zig Mensch, ganz gemütlich bei sich mit dem Blick auf die ganze Welt. So lässt es sich in den Tag starten.

5. Die WG an sich

Mal nach der Post schauen (hurra, die neuen Blu-rays sind da!), mal spülen (ja, tue ich wirklich gerne), kleine Putzaktion starten, Filme neu sortieren, am Heimtrainer radeln, Mitbewohnerin fragen, ob sie Lust und Zeit auf einen Film hat (vermutlich nicht, aber wer weiß), Freunde empfangen, um ihnen wieder einen Filmbrocken um die Ohren zu hauen. Was will man mehr vom Leben?

Na das war doch fleißig. So kann ich das stehen lassen.

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