Freitag, 1. April 2016

1. April | Dankbar und aufgeregt

Ganze zwei Monate Sterben mit Swag! Supergeil!

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die (gar nicht kleine) Leserschaft da draußen (und im Speziellen an An Ja für den Tipp mit der Teebaumölzahnpasta - brennt tatsächlich signifikant weniger und ich muss so nicht mehr beim Zähneputzen weinen). Es tut mir etwas leid, dass ich selten auf die Kommentare reagiere - mit Freude gelesen werden sie aber immer - manchmal gehe ich darauf in den Einträgen selbst ein. Danke für's Lesen, für's Unterstützen, für die lieben Wünsche und die positiven Reaktionen. Es tut sehr gut, mitzukriegen, dass man mit seinem Geschreibsel die verschiedensten Gefühle auslösen kann. Und an die 200-400 Views täglich nähren die Fame-Hure in mir (muss natürlich weiter erhöht werden).

Ich muss an dieser Stelle natürlich korrigieren: Ich bin ein weitaus langweiligerer Mensch als Schreiber, bin so schlagfertig wie ein Reissack und manchmal offen begegnungsscheu (das schwankt immer nach Bekanntheit der Leute, Gruppengröße und Gesprächsthemen. Wer mich angetrunken auf das Thema "Filme" bringt, darf auch schon mal halbstündige Ausführungen zu Pirates of the Caribbean anhören.) Tanzen tue ich wie ein Frettchen am Elektrozaun und Flirten vermutlich ähnlich gut. Aber in Schrift und auf der Bühne, da bin ich eine recht angenehme Person.

Heute morgen (seit gefühlten Ewigkeiten wieder zuhause in Marburg übernachten können) bin ich kaum aus dem Bett gekommen, irgendwann gegen 11 ist es mir doch gelungen (sprich nach ca. 13 Stunden Herumliegen). Nicht wegen Schmerzen (die zogen im Rückenbereich neulich heftig an, scheinen aber gerade unter Kontrolle durch Ibuflam 600 zu stehen) oder schlechtem Wohlbefinden (man erinnert sich: die Erkältungssymptome nach der Knochenstabilisierungsinfusion; scheinen aber auch unter Kontrolle zu sein), einfach weil ich nicht aufstehen konnte. Hatte es einmal kurz versucht und bin umgekehrt, bevor ich zu den Vorhängen gekommen bin. Eine seltsame Aufregung lag in mir: Nicht Müdigkeit, nicht einmal wirkliche Angst oder Unlust, einfach ein "Ich will liegen bleiben"-Gefühl, wie ich es seit Ewigkeiten nicht mehr gespürt hatte. Schwer zu beschreiben, dürfte aber mit der Premiere heute Abend zusammenhängen.

Dabei ist es schmerztechnisch momentan eher in Ordnung, abgesehen von dem völlig kaputten Mund (selbst für weiche Teilchen aus der Bäckerei brauche ich Ewigkeiten, weil jede Berührung weh tut), Stimme klingt trotz heftiger Halsschmerzen gut und die Generalprobe lief bis auf einige Versprecher und Verschlucker eigentlich sehr geil. Vielleicht will ich einfach nicht meine Marburger Höhle wieder verlassen. Ich fühle mich wirklich gut hier. Selbst Ausruhen kann ich hier besser, geschweige denn alles andere. Ein schönes Gefühl: Zuhause. In knapp einer Woche bin ich endgültig wieder hier. Bis dann habe ich noch fünf Gelegenheiten, haufenweise Menschen zum Lachen zu bringen. Das sind eigentlich glorreiche Aussichten, ein wenig angespannt bin ich aber dennoch. Darf man aber auch mal sein. Und jetzt gehe ich weiter meine Konsolen knuddeln, mit Verlaub.

Kommentare:

  1. Hi, ich lese hier schon einige Zeit mit und muss mich jetzt doch mal fachlich einmischen, Helfersyndrom, ich verfluche es. Ich bin studierte Krankenpflegerin und forsche zu Mundschleimhautentzündungen (ja, es gibt Menschen, die sich freiwillig den ganzen Tag mit entzündeten Mündern beschäftigen), früher in der Neuroonkologie nun Strahlentherapie und für deine schmerzende Mundschleimhaut würde ich dir empfehlen lokal Schmerzmittel vorm Essen anzuwenden, würde dir Tepilta, Xylocaingel oder, wenn es ganz schlimm wird, Morphingel verschreiben lassen. Außerdem gut feucht halten, so oft wie es geht mit Mineralwasser spülen und dir Aldiamed zulegen, das regt die Speichelproduktion an und hilft der Schleimhaut bei der Regeneration. Ach ja und Kompliment für den Blog, ich mag deinen Schreibstil unheimlich gerne.

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  2. Kann auch nur zustimmen. Heutzutage muss niemand mehr Schmerzen ertragen und sich mit seinem Schicksal abfinden. Vorallem dann nicht, wenn es dir soviel Lebensqualität nimmt.Sprich deinen behandelnden Arzt darauf an, er sollte dir da helfen können.
    Es gibt z.b Lidocain-Polymer-Bicarbonat-Lösung oder Kepivance.
    Du solltest das in die Hand nehmen, am besten gestern :P

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  3. Was ganz anderes:
    Wie lief die Premiere ?

    Liebe Grüße

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