Mittwoch, 13. April 2016

13. April | Das Leben davor?

Die letzten beiden Aufführungen waren geil. Die letzte am geilsten. Sollte ich da zum letzten Mal öffentlich auf zwei Beinen gestanden haben (mehr dazu unten), war es ein würdiger Abschluss. Rumgehüpft, improvisiert und Chaos gestiftet, was Körper und Stimme noch hergaben, direkt nach den Applausen (Appläusen?) von meiner lieben Cousine und ihrem Freund im Auto zum Marburger Klinikum gebracht worden. Von der Bühne direkt ins verdiente Krankenbett quasi (mit ein paar Wartezeiten dazwischen). Leider geil.

Jetzt ist das linke Bein so taub, dass es fast tot ist. Gründe sind klar (Wirbelsäule-Metastasen kennen keinen Spaß) und jezt hoffe ich nur, dass die entsprechende OP schon am Freitag stattfinden kann, unterschrieben ist schonmal alles für Narkose und Co. Natürlich weiterhin: Keine Heilung, nur Lebensqualität retten, falls überhaupt. Was im "besten" Fall passieren kann, dürfte klar sein. Dass das Bein sonst eh verloren ist, aber auch. Sind Risiken, die sowieso eintreten würden, wirklich noch Risiken? Na, solange ich Hände habe, kann ich ja noch Zocken (und Bloggen).

Lass es nur nicht zu lange dauern. Von Tag zu Tag fühlt sich das Bein mehr nach Belastung an; immerhin wirken die Schmerzmedis und ich kann wieder schlafen. Manchmal schließe ich abends die Augen und bin woanders, in einem reicheren, exzentrischen Leben irgendwo in L.A , immer auf 200% ausgelastet, Kunstprojekt "Dimi". Kunstprojekt kann man natürlich auch im Sitzen und im Tod sein, allerdings. Die innere Fame-Hure findet immer einen Weg. Oder auch: Die Wege der Fame-Hure sind unergründlich. Bin gespannt und vielleicht gar nicht so negativ wie ich sollte. Arschtritte kann man auch ohne Beine austeilen, denke ich da.

Edit: OP auf morgen verschoben, da es mir zwischendurch noch etwas bescheidener ging. ^^

Kommentare:

  1. Hallo Dimi, mein Junge! Nein, ich frage nicht wie es dir geht. das wäre aktuell die blödeste Frage ... Ich möchte dir nur sagen, dass ich, dank Debbie, deine Blogs nun durchgelesen habe. Zeitweise liest es sich wie ein Buch, geschrieben und gesendet, aus einer entfernten Welt. Nun, ich sitze hier und überlege was ich dir schreiben könnte. ob ich nicht doch alles einfach löschen soll? ob ich dir nur die Standarttexte schreiben soll? wie z.B. tapferer Junge, das schaffst du, halt die Ohren steif, wird schon, immer positiv denken.... vergiss den Quatsch. Wenn ich etwas schreibe, dann soll es das ausdrücken was ich beim Lesen fühlte. Und genau das kann ich nicht. Im Angesicht des Todes sind wir sprachlos. Er ist der Einzige, vor dem sich jeder verneigen muss. Eins kann ich dir jedoch mit Sicherheit sagen: wir sterben, wenn unser Augenblick gekommen ist. Und, ich habe etwas wichtiges von dir gelernt: nicht aufgeben, solange Leben in uns ist. Be always blessed and protected. Fühl dich mütterlich umarmt. Gruß, Meggie

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  2. So Dimi, nun ist mir doch noch einiges eingefallen, ob es was Konstruktives ist? Ich weiß es nicht.
    weißt du, wir leben das Leben besser, wenn wir es so leben, wie es ist, nämlich befristet. Dann spielt auch die Dauer der Frist kaum eine Rolle, da alles sich an der Ewigkeit misst.Nicht nur die Christen, sondern besonders die Nichtchristen, waren der Meinung, dass das Leben mehr Sinn habe, wenn man an den Tod denkt, als wenn man ihn beiseite schiebt, verdrängt. Ich habe durch meinen Job erfahren, dass das alles stimmt.Was soll sich denn ändern im Leben, wenn wir an den Tod denken? Vieles, nicht alles. Wir werden ein weiseres Herz gewinnen,(steht in der Bibel) Wir werden sorgfältiger umgehen mit der Zeit, sorgfältiger mit den anderen, liebevoller, geduldiger – und vor allem freier. ... Ich kann dir sagen, weil ich es in den letzten Jahren erlebt habe, dass der Gedanke an den Tod das Leben wertvoller macht.

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  3. Dimi, wir sehen uns spätestens beim nächsten Mario Cart. Ich muss mal wieder nen Arschtritt bekommen ;)

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  4. Ich wünsche dir alles Gute für die OP..

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  5. Hallo Dimi,

    Dank Sabine bin ich auch auf deinen Blog aufmerksam geworden. Für heute drücken dir Sevi und ich alle Pfötchen und Daumen, die wir haben.

    Ana

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  6. Oh lieber Dmitrij, leider habe ich deine wundervolle Performance verpasst, aber deine Leidenschaft und gute Erziehung ;) was Filme und Comics angeht, ist für mich zum Glück immer präsent! Du gibst auch den ganz schweren Themen des Lebens und Sterbens Raum und eine Stimme, das hat mich schon an unserem ersten Filmabend berührt und begeistert. Danke dafür! Ich denke an dich! <3

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  7. Lieber Dimi,
    ich habe es erst heute mitgekriegt und bin noch sehr erschüttert. Gleichzeitig bin ich erstaunt von der Stärke, mit der du da durch gehst. Ihm finde es schwer, in solchen Situationen angemessene Worte zu finden, die nicht schwülstig klingen, deswegen nur so viel: ich bin bei dir. Alles Liebe Roxana

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  8. Hallo,

    ich verfolge deinen Blog seit kurzem mit großem Interesse und es ist wirklich etwas ganz Besonderes. Du hast einen einzigartigen Schreibstil und man merkt, dass in dir ein Künstler steckt.

    Du kennst dich zwar wahrscheinlich selbst schon bestens in Sachen Krebstherapie aus, aber ich bin heute über einen Artikel der Kategorie "schaden kanns nicht, also wieso nicht mal versuchen?" gestoßen.

    Vielleicht interessiert es dich ja: http://www.horizonworld.de/hanf-heilt-nicht-durchs-rauchen-sondern-auf-eine-andere-weise/

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  9. Manchmal bringen mich die lieben Kommentare deiner Leser mehr zum heulen, als der Eintrag dazu. Es ist immernoch so spannend deinen Blog aufzufressen, aber je mehr man liest, desto mehr fühlt man sich dir Nahe und das fängt an zu schmerzen. Ich hoffe gerade einfach nur es geht dir halbwegs gut <3

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  10. oh my, das hört sich echt scheiße an :(

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