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Samstag, 23. Juli 2016

Nachtrag zum 22.07.2016 | Meine Lieblingsfilme von Hayao Miyazaki

Weil versprochen und überhaupt. Habe zwar Wie der Wind sich hebt leider noch nicht gesehen und manche Filme erst einmal geschaut (und einmal ist keinmal), aber mir ist gerade so nach einer Liste, in dem Sinne:

Dimis 6 liebste Hayao-Miyazaki-Filme


1. Das wandelnde Schloss

Vielleicht nicht objektiv der beste, aber mein persönlicher Liebling. Die Figuren wachsen mir ans Herz wie keine anderen und wenn ich in einer Fantaiewelt lebenden dürfte, wäre es diese. Ob nun mysteriöse Vogelscheuchen oder asthmatische Hunde, an jeder Ecke wartet ein magisch-charmantes Detail. Es lässt sich auch ganz tiefgreifend interpretieren, was hier passiert, aber mir reicht selbst das einfache Versinken, um vor Filmliebe zu platzen. Nehmt mich mit im Schloss auf! Von mir aus putze ich auch!

2. Prinzessin Mononoke

Als hätten Akira Kurosawa und Kenji Mizoguchi zusammen einen Fantasyfilm gedreht und es wäre ihnen gelungen. Unglaublich, wie stark der Film seine (Öko-)Botschaft umsetzt, ohne eine der Parteien zum Bösewicht zu deklarieren. Die Brutalität des Ganzen ist dem Ernst der Lage angemessen, die Hauptfiguren sind taff und wunderbar ausgewogen, das Design ist fantastisch. *Objektiv* gesehen wohl der beste Film der Ghibli-Studios sowie von Miyazaki selbst.

3. Chihiros Reise ins Zauberland

Ich bleibe mal im Konsens, aber nach der Drittsichtung vor wenigen Tagen geht es nicht anders. Dieser lässt sich wunderbar düster lesen und bietet visuell mit die besten, skurrilst-schönsten und memorabelsten Einfälle des Großmeisters (das Ohngesicht! der Fahrstuhlbegleiter! die rollenden Köpfe!). "Fantasie" wurde selten so groß und meisterhaft geschrieben wie hier.

4. Das Schloss im Himmel

Spätestens wenn die famose Action einsetzt, komme ich mit dem Film kaum noch klar. Erster Studio-Ghibli-Film und schon so gut. Das Protagonisten-Zweiergespann ist perfekt ausbalanciert, die Piraten-Mama im Oma-Alter ist wundersam taff und die Botschaft sitzt einmal wieder, spätestens wenn die Luft brennt und der Zuschaueratem stockt. So macht man intelektuelle Action-Blockbuster mit Herz. Könnte sich manch wer eine Scheibe von abschneiden.

5. Porco Rosso

Man muss diesen Film doch einfach feiern. Erstens ist der Held ein wortwörtliches Schweinsgesicht an einer Flugzeugsteuerung, zweitens bewahrt er lieber seine Außenseiterstellung im faschistischen Spanien als große (Welt-)Rettungsaktionen durchzuführen, drittens prügelt er sich im Finale ganz wunderbar sinnlos um... um was denn nun eigentlich? Dem coolsten Schwein der Filmgeschichte ein verdienter fünfter Platz und hoffentlich mehr Aufmerksamkeit, den Film kennen ja doch eher wenige.

6. Das Schloss des Cagliostro

Recency-Effekt, das ist, wenn man etwas, was zeitlich am wenigsten weit weg liegt, am besten bewertet oder so (mein Psychologisch wird langsam schwach). Deshalb steht hier einfach mal nicht Nausicaä oder Kikis kleiner Lieferservice, sondern Miyazakis erster Langfilm, noch von Ghibli-Zeiten. Die Meisterdies-Lupin-Geschichte ist wunderbar verwegen und der Meister konnte schon damals bombastische Action. Von Spielberg (völlig zurecht) als einer der besten Abenteuerfilme aller Zeiten bezeichnet, ist Das Schloss des Cagliostro mit seinen liebenswerten Figuren, dem schmierigen Antagonisten und der temporeichen Dynamik irgendwie uneingeschränkt zu empfehlen.



Ja, steinigt mich dafür, dass ish Totoro nicht einmal erwähnt habe (jetzt aber doch, nicht?). Ich mag sie ja alle und den Effekt der zeitlich nahe liegenden Sichtung sollte man nicht unterschätzen. Jetzt noch irgendwann Miyazakis letztes Werk nachholen und ein paar Tränen darüber verlieren, dass es sein letztes gewesen ist. Oder sich darüber freuen und dankbar sein, dass er uns in seinen Schaffensjahren so viel Großartiges gegeben hat. Eher Zweiteres, würde ich sagen. Immer Freude und Dankbarkeit.

Mittwoch, 6. Juli 2016

6. Juli 2016 | Wohin des Weges?

Könnte den Post tatsächlich traurigerweise so anfangen wie das letzte Mal. Ansonsten wurde ich eben noch knapp drei Stunden lang interviewt und war danach so müde, dass ich weitere drei Stunden geschlafen und rumgelegen habe. Dann gab's das große "Mittagessen durch den Kopf gehen lassen"-Event und nun sitze ich hier. Hiernach aber doch hoffentlich noch einen Film, sind auch viel zu viele angekommen in den letzten Tagen (elf an der Zahl und irgendwie habe ich auch Lust auf alle, nur nicht, wenn ich im Bett liege, traurigerweise).

Ich sollte meine Zeit alleine besser nutzen. Die wird irgendwie immer geringer und man muss sich auch mal um sich selbst kümmern (durch mehr als Rumliegen). Und sich mehr bewegen, der Brustbereich will sich gar nicht mehr beruhigen, Lutscher hin oder her (von den Beingelenken schweige ich). Und und und. Testament immer noch nicht im Ansatz fertig und am Ende ist es zu spät und ich mache mir ein Restleben lang Vorwürfe (was immerhin nicht lange sein wir, harhar).

Mir fällt heute nicht mehr viel ein, aber wie wär's denn mal wieder mit einer schönen, wenn auch sehr kurzen, Liste?

3 Werke über's Nicht-Weiter-Kommen


1. Synecdoche, New York von Charlie Kaufman

Philip Seymor Hoffman steckt als Theaterregisseur seit Jahren in seinem Leben und seinem Schaffen fest. Mit der Familie läuft's gar nicht mehr und das neue Theaterprojekt wird Tag und Tag riesiger und unübersichtiger, ein Stück in einem Stück in einem Stück in einem Stück und irgendwo ist ja auch noch das reale Leben, nicht? Mindfuck hoch zehn, wenn man's in diese Schublade drücken möchte, und ja, sollte man mindestens zweimal schauen. Aber Vorsicht: Deprimierender geht's kaum. Ehrlicher und brutaler kann ein Film kaum sein und ich freue mich, Freitag Anomalisa zu sehen.

2. Das Kalkwerk von Thomas Bernhard

Das literarische Ich hat die besten Ideen, aber wie soll es diese zu Papier bringen, wenn dauernd mal die kranke Ehefrau gepflegt werden muss, mal jemand dreisterweise an die Tür klingelt oder was auch immer, und man braucht ja Ruhe zum Schreiben und was man nicht alles schon gewesen wäre, wenn man nur die Ruhe und die Zeit gehabt hätte, all die genialen Ideen zu Papier zu bringen. Klingt anstrengend, ist es auch, aber ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich mich darin nicht etwas bis mittel wieder erkenne, schrecklicherweise. Habe hier noch einen Bernhard (Der Untergeher) liegen, aber ob ich meine Nerven das bewältigen lassen will...

3. Red Dead Redemption von Rockstar San Diego

Mit Gewalt lässt sich Gewalt weder gutmachen noch abschaffen. Das müssen sowohl Protagonist John Marston, der nur Sicherheit und Frieden für seine Familie will, und der Spieler, der vermutlich nur etwas Westernaction wollte, am eigenen Leib erfahren. Jede Nebenquest endet (Spoiler?) in Tod und Verderben, wenn sie nicht gerade bereits darin anfängt und das Ende stellt fest: Der Gewaltkreislauf ist ewig und durch Gewalt ganz sicher nicht zu durchdringen. Ganz große Spielkunst und das viel bessere GTA.

Dienstag, 31. Mai 2016

31. Mai 2016 | Nie zu lange irgendwo

Neuer, definitiver (?) Entlassungstermin: 9. Juni. Kann ich dem wirklich trauen. Horrorvorstellung: Werde nicht nach Hause, sondern einfach zurück ins Klinikum verlegt. Das ist angesichts meines Zustands wohl eher unwahrscheinlich, aber das ist eben mein Geheimnis: Ich habe immer Angst. (stimmt eigentlich gar nicht)

Gestriger Gewinn: Ohne Hilfe (teilweise) geduscht. Komme wieder an Beine und Füße, auch in der Physiotherapie ist Beugen öfters die Möglichkeit. Und es braucht ganze 60 Treppenstufen hoch, um mich in einen Nahtodzustand zu versetzen. Finde ich gar nicht übel. Dafür brannte der Mund heute Abend so sehr, dass ich nichtmal das Wurstbrot, was meine Mutter mir gebracht hatte (mit richtiger Wurst drauf), aufessen konnte. Habe fast geweint beim Kauen. Bitte nicht wieder, manche Sachen funktionieren doch auch als Einzelerfahrungen gut. Gut, sei froh, dass du deine Beine noch hast.

Kann mir langsam vorstellen, wieder zuhause zu wohnen. Nicht ganz leicht, aber doch. Ja, Waschen wird ein Spaß und ob ich das mit Kochen und Einkaufen alleine so gut hinkriege... naja, bin ja gar nicht allein, von daher. Klappcouch zum Immerwiederbeziehen? Eigentlich auch nicht unrealistisch. Dafür: Beamer, Konsolen und wieder Filmabende aller Art. Habe noch ein paar ungeschaute und ungezeigte Schätzchen hier. Look at my movie collection, ye Mighty, and despair! 

 Die letzten Tage müder, vielleicht zu viel Besuch. Aus- und Nachschlafen tue ich schließlich genug. Wird denn mein Korb noch zum Auszug fertig? Wäre zu traurig, ein unfertiger Korb, und ich weiß ja nichtmal, wie man den zu Ende macht. Will einen fertigen. Ich lag einen Monat lang im Krankenhaus und einen Monat in der Reha und alles, was ich dafür bekam, war ein Korb. Den ich selbst flechten musste. (und noch Dinge wie lauffähige Beine, keinen Querschnitt und weitere Kleinigkeiten, um fair zu sein)

Und ich bin mal listenwillig und mal ganz ego:

5 Dinge, die ich mittlerweile echt vermisse:


1. Sushi

Sonst doch mindestens einmal im Monat zum Buffet. Sushi ist Liebe, Sushi ist Leben. Ich weiß auch gar nicht, ob ich bei dieser Mundschleimhaut viel Spaß daran hätte. Auf Wasabi kann ich auf jeden Fall verzichten, wenn ich das Lokal nicht vollweinen will.

2. Beamer

Vor allem alws Gesellschaftsevent. Wenn dich Leute besuchen, kannst du ihnen irgendwas Schönes zeigen. So redest du, bis es nichts mehr zu reden gibt, und dann streckt man sich paarmal wortlos und sie fahren weg. Und dann redet man noch von guten Filmen und kann nichts zeigen. Schreckliche Hilflosigkeit.

3. PS4 (+ PS3)

Wir erinner uns: Ich habe Bloodborne aufgrund des DLCs immer noch nicht ganz durch und über Ostern gab's ja auch diesen größeren Einkauf. Und dann muss ich ja noch ein paar Highlights auf der PS3 beenden (von Shadow of the Colossus über MGS IV bis GTA V) Ja, muss.

4. Beim Frühstücken am Laptop sitzen

Müsli schlurfen und schonmal Mails checken, nach neuen Angeboten suchen und so weiter. Nicht in einem großen Raum mit zig Mensch, ganz gemütlich bei sich mit dem Blick auf die ganze Welt. So lässt es sich in den Tag starten.

5. Die WG an sich

Mal nach der Post schauen (hurra, die neuen Blu-rays sind da!), mal spülen (ja, tue ich wirklich gerne), kleine Putzaktion starten, Filme neu sortieren, am Heimtrainer radeln, Mitbewohnerin fragen, ob sie Lust und Zeit auf einen Film hat (vermutlich nicht, aber wer weiß), Freunde empfangen, um ihnen wieder einen Filmbrocken um die Ohren zu hauen. Was will man mehr vom Leben?

Na das war doch fleißig. So kann ich das stehen lassen.

Montag, 23. Mai 2016

23. Mai 2016 | Neue Besuche, alte Regeln

Kann wohl auch nicht jeder von sich behaupten, in seiner Reha einen Besuch von seinem Lieblingsmusiker bekommen zu haben. Gibt's da auch einen entsprechenden Club? Wenn ja, bin ich jetzt Mitglied drin.

Natürlich weiterhin Alexander Kaschte von (eher hinter) Samsas Traum und was tut es gut, über eine Generation hinweg sich über ein paar gemeinsame Lehrer auszutauschen. So ein gemütlicher Mensch und wie schade, dass ich nicht direkt einen Tarkowskij-und-Konsorten-Filmabend anhängen konnte. Sollte ich jemals noch für längere Zeit zuhause ankommt, kenne ich jemanden, der sich vor Filmeinladungen nicht mehr wird retten können (Sprüche wie "Ich mag meistens Filme, die alle anderen anstrengend finden." sind bei mir gefährlich, ich habe hier mehr als nur eine Auswahl solcher) - und das ist keine Drohung, es ist ein Versprechen. Ich weiß nicht, wie's ihm ging, ich bin glücklich und zufrieden und freue mich auf die Sichtung der "Live in Berlin"-DVD (gestern gab's erstmal Loriot - die Box muss doch endlich mal fertiggeschaut werden).

Jetzt in Ruhe sterben können? Ich weiß nicht, irgendwie so gar nicht. Nicht wenn man jemanden getroffen hat, der sich seit jeher mit dem beschäftigt hat, womit er sich beschäftigen wollten, mit allen Ambitionen, die gerade gingen, und sich nicht in ein gutbezahltes Studium flüchtete. Manchmal denke ich, die erste Tumore waren Zeichen, es sein zu lassen. Aber ich denke vieles, wenn der Tag lang ist.

Irgendwie kam ich gestern auf meine (selbstaufgestellten, langsam vergessenen) Lebensregeln, aber leider nicht komplett. Vielleicht kriege ich sie jetzt zusammen:

1. Nimm alles, was du haben kannst. Gib mehr, als du nimmst.
2. Überschätze nie deine Mitmenschen. Unterschätze sie ebensowenig.
3. Werde jeden Tag besser.
4. Sei ehrlich. Fordere Ehrlichkeit.
5. Vergib anderen. Vergib dir selbst.
6. Verlass dich nie auf andere. Sie kennen weder dich noch deinen Weg.
7. Respektiere das Netzwerk. Du bist und bleibst ein Teil von ihm.
8. Habe Geduld. Aber warte nicht zu lange. 

Ich glaube, das müssten alle gewesen sein. Ursprünglich waren es 10, aber ein paar wurden zusammengefasst und irgendetwas fiel weg. Hiermit bin ich doch recht zufrieden. Spiegelt mich bzw. mein Ideal-Ich gut wieder. Ja, Regel Nummer 6 mag brutal klingen. Aber was wisst ihr schon von mir und was weiß ich schon von euch?

So, nach diesen zwei Brocken kann es auch an's Ende gehen. Außerdem muss ich gleich wieder an mein Körbchen. Das flechtet sich schließlich nicht von selbst. Egal, wie viel Geduld ich zeigen werde.

Mittwoch, 16. März 2016

16. März 2016 | Nachtragen, Nachholen

Der Kalender ist momentan wirklich ausgelastet. Hier Proben, dort ein Polterabend, hier ein Der Herr der Ringe-Halbmarathon, dort ein Geburtstag, hier eine Prüfung, dort ein letzter Besuch bei der Praktikumsstelle. Da kommt man ja kaum zu Bloodborne und dabei bin ich doch fast durch (also mit dem ersten Durchlauf; ich bin davon überzeugt, zu wissen, was passiert, sobald ich einmal storymäßig ganz durch bin). Da beschwert er sich wieder, zu viele soziale Aktivitäten, zu wenig Alleinsein, mimimi. Allein sein kann man, wenn man schlafen geht (klingt irgendwie traurig).

Dafür einige schöne Ereignisse: Probenwochenende war anstrengend, aber schön und produktiv. Enthielt leider eine der sinnlosesten Aktionen, an der ich jemals beteiligt gewesen bin (am Samstag Abend zu zwölft durch Wiesbaden stolpern und eine Kneipe suchen, die noch genug Platz für uns alle hat - ich schätze ja menschliche Hoffnungen, aber irgendwo hört's auf). Fühlte mich bei Heimkehr völlig gerädert, ebenso, als ich am nächsten Morgen zur mündlichen Prüfung in "Führung und Gesundheit" (das hätten wir am Samstagabend gebraucht!) kroch - doch als ich wieder rauskroch, war ich völlig fit und energiegeladen wie lange nicht mehr! Die heilende Kraft der Universität, nie geglaubt, nun erlebt. 10 Punkte bei der Prüfung, was echt gut war dafür, dass ich zwei abgefragte Themen gar nicht und den Rest sehr sporadisch gelernt hatte. Die schriftliche am Freitag ist mir egal, wenn ich da durchfalle, blamiere ich mich nicht direkt vor fremden Augen. Abgesehen davon, dass mich das Ergebnis so oder so nicht interessiert (das "Führungs"-Zeug mochte ich immerhin tatsächlich).

Mittlerweile haben wir zwei von drei Akten mehrmals erfolgreich durchgespielt, fehlt noch der (kurze) dritte. Der ist heute dran und bis auf meine plusminus 15 Zeilen stehe ich hauptsächlich herum und kommentiere das wilde Geschehen mit einem verwirrten Blick. Entspannt genug. Und zuvor noch ein Wagnis: Da ich heute zu faul zum Kochen bin, gönne ich mir endlich wieder etwas Feines bei McDonald's und beobachte, wie meine immer noch etwas angeschlagene Kehle auf kühle Cola reagiert. Riskant, aber ohne Risiko kein #swag.

Habe mehr oder minder beschlossen, im Mai (entsprechend nach den nächsten MRTs) meiner Mama von meinem Zustand zu berichten. Irgendwie nicht fair, sie so lange im Dunkeln zu lassen. Habe natürlich mehr Angst vor ihrer Reaktion (nicht dass sie mir ganz wegkippt) als vor dem drohenden Tod, aber das ist doch ganz normal und was sein muss, das muss sein. So, jetzt kann ich auch nicht mehr abschweifen, sonst wäre ich ja ein öffentlicher Feigling. Alles eine Frage der Taktik.

Und weil versprochen, hier endlich die Furcht-Liste:

4 Werke voller Furcht


1. Bloodborne von FromSoftware

Ist es hier sicher? Wird mich der Gegner dort vorne töten? Werde ich wieder alle meine Blutechos verlieren und sie nicht wiederbekommen? Lauert dort vorne etwa ein Bossgegner? Wird dieses ekelhafte Etwas mich mit wenigen Schlägen eliminieren? Wird mir hier jemand in den Rücken fallen? Muss ich da wirklich durch? Muss ich hier wirklich kämpfen? Kann ich das überleben?

Irgendwann gewöhnt man sich dran und besiegt die Ängste. Wer braucht schon einen Schild zum Dahinterverstecken, wenn er mit ungeschützter Brust voraus ins Verderben rennen kann, als Schutz das Wissen, dass mit den nötigen Reflexen und etwas Ausdauer auch die schrecklichste Bestie bezwungen werden kann. Wie eine Konfrontationstherapie für Angst im Allgemeinen. In meinem Fall eine recht erfolgreiche.

2. Inland Empire von David Lynch

Völlige Uneindeutigkeit, die in völliges Chaos ausartet. Aber nix mit "nur genießen, nicht verstehen"! Das Äußere ist das ins Extreme getriebene Innere und dieses lässt sich immer heilen. Durch einen Gedanken, ein Erlebnis, vielleicht durch einen Film. Am Ende kommt die Rettung durch die Kunst als einen Spiegel. Und etwas derart Schönes hat man sich nach all dem Horror ja gar nicht mehr erhofft.

3. Blair Witch Project von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez

Man muss sich natürlich darauf einlassen können. Aber wenn (und mir gelingt das bei Found Footage eigentlich immer), dann ist alles, was augenscheinlich nicht ins Erfahrene und Erwartbare fällt, ein Schauer über den Rücken und ganz, ganz direkter Horror. Es reichen ganz simple Dinge, um Angst zu erschaffen, und sie sind nicht wirkungsloser als die komplizierten. "Menschen haben Angst, weil sie zuviel denken." Ja, das tun wir. Oh Gott, was war das für ein Geräusch?!

4. Amnesia: The Dark Descent von Frictional Games

Nein, ich habe bisher nicht mehr als zwei Stunden durchgehalten. Immerhin so, wie man es spielen sollte: Alleine im Dunkeln mit Headset. Dass ich mich damals (anno 2012) direkt danach nicht mehr in den dunklen Flur getraut habe, um auf's Klo zu gehen, reicht mir aber, um's in die Liste zu packen. Und sobald ich die zweite Episode von Penumbra (Quasi-Vorgänger) gespielt habe, setze ich mich eines späten Abend auch wieder dran, versprochen. Und irgendwann auch an Soma. Nach Bloodborne habe ich doch keine Angst vor Spielen, oder? Oder..?

Montag, 29. Februar 2016

29. Februar 2016 | Schreibblockaden und Wege

Ich halte die Finger über die Tasten und weiß nicht, was ich tippen soll.

Vielleicht etwas Tagesaktuelles: MRT Schädel war angenehm, auch wenn ich währenddessen nicht geschlafen habe (sonst mache ich das gerne, sehr entspannend!). Vom früheren Tumorbrockenbild sind momentan nur ein paar Striche da, aber (Zitat Arzt) "das heißt natürlich nicht, dass der Tumor weg ist". Ein wenig freuen darf man sich natürlich dennoch. Die Stimme macht immer noch Urlaub und die Mundschleimhaut Terror, aber für beides werde ich morgen neue Mittel verwenden. Ob ich einen Erfolg erwarte? Ich habe gelernt, keine hohen Erwartungen zu setzen. Auf Medikamente verlasse ich mich aber immerhin mehr als auf Menschen.

Vielleicht etwas Philosophisches: Glück ist nicht Glück, wenn man es nicht mit anderen teilen kann (Abschlusssatz einer alten Französischklausur von mir). Finde ich aber doof. Meine Bloodborne-Erfolge muss ich mit niemandem teilen. Die zittrigen Hände nach einem kaum erwarteten Erfolg sind meine allein. Lass' ich's Philosophieren also lieber sein. Ha, das hat sich gereimt (natürlich ganz spontan und ungewollt).

Vielleicht also etwas Poetisches. Wenn Dimi keine Schmerzen hat, und wenn es warm ist und er satt, - was doch die meiste Zeit so ist - er gerne in die Hose...nein-nein. Besser nicht. Das wird nichts mehr heute. Brauche nur noch einen Weg, mich geschickt wegzuschleichen, und der führt natürlich über die Treppenstufen einer feinen Liste:

5 Werke über ungewöhnliche Wege


1. Children of Men von Alfonso Cuarón

In einer Zukunft, in der alle Menschen seit Jahren unfruchtbar geworden sind, rennt, schleicht und fährt unser Protagonist immer hin und her, hin und her, bis er immer wieder dort ankommt, wo er angefangen hat. Was könnte das bloß bedeuten?

2. The Stanley Parable von Galactic Cafe

Was passiert, wenn eine (Spiel-)Figur von ihrem vorgegebenen Weg abweicht? Alles, was passieren kann, wenn eine fast allmächtige Stimme über einem wacht. Bleib doch einmal bitte auf deinem gottgegebenen Pfad! Aber solange es eine Wahl gibt, kann es immer einen anderen Weg und eine eigene Geschichte geben. Ich lass' mir doch von einem Computerspiel nichts vorschreiben.

3. Gravity von Alfonso Cuarón

Der Alfonso hat's schon mit Wegen (und mit meinen Listen). Hier schwebt eine Frau nach einem Unfall um die Erde und glaubt gar nicht mehr daran, dass sie überhaupt zurück will, geschweige denn kann. Aber wo der Wille, da ist die Kraft und solange man eine Wahl hat, kann man sich immer für's Leben entscheiden (habe ich sie auch?). Solange es Leben gibt, wird es Leben geben. Und solange es den Willen zum Leben gibt, wird es nicht enden (oder so).

4. The Binding of Isaac/The Binding of Isaac: Rebirth von Edmund McMillen und Florian Himsl

Wenn Gott höchstpersönlich deine eigene Mutter darum bittet, dich zu töten, bleibt nur der Weg nach unten und in die Tiefe. In dunkle Höhlen und Katakomben bis ins Herz deiner Mutter. Der eigentliche Gegner sitzt aber weit tiefer und ist man am Ende nicht selbst sein größter Feind? Begleitet von fast jedem christlichen Motiv beginnt eine nimmerendende (Stichwort: (bewältigte) Suchterkrankungen) Reise ins Düstere und ins Innere, die doch zu nichts Gutem führen kann.

5. Enter the Void von Gaspar Noé

Der Weg in den Tod und der Weg nach dem Tod, zurück ins eigene Leben, voller Eindrücke und Tragödien. Life's a bitch and then you die. Aber auch mit diesem Einblick kann es nur einen möglichen Weg geben: Zurück in dieses oft schmutzige, oft traurige, aber auch einzigartige Leben. Trotz allem. Könnte das größte filmische "Ja!" zur menschlichen Existenz sein.

Sonntag, 21. Februar 2016

21. Februar 2016 | Schlaf und Sehnsucht

Ich moderiere gerne "Werwölfe". Und dann stehe ich da und frage mich laut: "Wo sind wir eigentlich?" Und die Leute sagen: "Wir sind bei *das Dorf schläft ein*." Und ich sage: "Nein, ich meine: wo sind wir?"

Gestern war es das Großdorf Marburg, wo fiese Burschenschafter eingefallen sind, sowie ein Freude-Glitzer-Einhorncommunity, die von Schlankheits-eifersüchtigen Nashörnern heimgesucht wurde. Das war schön. Jede Nacht und jeden Tag ist irgendjemand aufgespießt worden. Mit viel Freude, Liebe und noch mehr Glitzer. Friendship is magic.

Und da ich zu wenig geschlafen habe und im Kopf immer noch nicht ganz klar bin, folge ich meiner letzten Drohung und präsentiere

5 Werke voller Sehnsucht 


1. Sans Soleil von Chris Marker


Eine Frau liest die Beobachtungen und Gedanken eines Mannes, der durch die ganze Welt reist und über die Veränderungen in ihr sinniert. Danach (eigentlich schon dabei) möchte man nichts anderes, als eine Weltkulturreise anzutreten. "Filmessay" mag unaufregend klingen, aber was könnte aufregender sein, als ein neuer Blick auf die Welt?

2. The Legend of Zelda: The Wind Waker von Nintendo

Die Freiheit auf See ist vielleicht die schönste Freiheit von allen. Auf sanften und manchmal weniger sanften Wellen hinaus in eine selbst in ihren düstersten Momenten freundliche, heimisch wirkende Cel-Shading-Welt. Als wäre man Held, Erforscher, Abenteuerer, Entdecker in einem großen Lieblingszeichentrickfilm. Die nächste Insel ruft schon.

3. Y Tu Mamá También von Alfonso Cuarón

Sehnsucht nach der Lust, nach dem Leben, nach etwas Neuem und nach dem perfekten Strand, falls es ihn überhaupt gibt. Im Hintergrund sucht ein Land nach einer (hoffentlich) neuen Identität, im Vordergrund dürfen zwei Jünglinge von einer Frau lernen, erwachsen zu werden: "You have to make the clitoris your best friend!" . "What kind of friend is always hiding?" Irgendwo da draußen ist übrigens ein Mensch, der diesen Film sah und dachte: "Der Regisseur muss unbedingt den nächsten "Harry Potter" drehen!"

4. Das wandelnde Schloss von Hayao Miyazaki

Der Zeiger über der Tür dreht sich und du trittst ganz woanders hinaus. Innendrin wärmt dich ein sprechendes Feuer, draußen wartet ein Welt voller Hexen, Hundespione und steampunk-mäßiger Wunder. Da können nebenher noch so viele Kriege toben, ich bin gerne dabei. Von mir aus auch als Putzkraft.

5. Out There von Mi-Clos-Studios

Das Weltall, unendliche Weiten. Allein, nach unbekannt vielen Jahren im Kälteschlaf, irgendwo am Rande der Galaxie. Sicher ist es stressig, immer auf Treibstoff, Sauerstoff und Schiffszustand zu achten, und ärgerlich, wenn man aus Mangel an etwas einen jähen Tod im Weltraum findet. Aber es kann so viel im nächsten System warten: Ein verlassenes Schiff zum Übernehmen, Aliens, die einem etwas Neues beibringen, Portale, die ins Ungewisse führen, Signale, denen man folgen kann, Risiken, die man auf sich nimmt oder umgeht. Genau das Richtige, wenn man schlafen geht, aber noch nicht schlafen will. Licht aus, Smartphone an und ab auf eine gemächlich-atmosphärische Reise ins Unbekannte.