Samstag, 13. Februar 2016

13. Februar 2016 | Schicksalsschläge

Es wird immer schlimmer.

Gestern wollte ich mich an einer bestimmten Stelle kratzen und stellte fest, dass meine Lieblingsjeans an der interessantesten Stelle gerissen ist.
Heute bin ich in Bloodborne einem neuen Bossgegner begegnet und war tot, bevor ich überhaupt in seine Nähe kam.
Das sind wahre Tragödien.
Dann doch lieber wieder eine Spritze in die Wirbelsäule. Ein Stich, paar Minuten ungutes Gefühl (das ist sowas Instinktives, dass in der Wirbelsäule eigentlich nichts stecken sollte), eine Stunde Rumliegen, Freiheit. Der Bloodborne-Boss geht nicht mit ein wenig Rumliegen weg. Die Hose lässt sich nicht mit einer Spritze richten (das wär's doch).

Dafür hilft mir Bloodborne dabei, Tode nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Läufst irgendwohin, stirbst, was soll's. Passiert. Muss sogar passieren. Was dich nicht tötet, machst dich stärker. Was dich tötet, macht dich klüger. Und man muss ja irgendwie besser werden, Tag für Tag. Ich habe nicht mehr ganz so viel Zeit, einen hohen Level zu erreichen, ich muss mich beeilen. Was ich dafür tue? Auf der Couch liegen, vor'm Laptop hocken, Leute zum Filmeschauen einladen. Sollte reichen. Nach draußen kann ich, wenn's wieder warm ist. Wer jetzt mit "Russen müssen Kälte vertragen" ankommt, kriegt ein Hassgedicht.

Schön ist, dass fast alles, was ich momental medial erlebe, meine Situation anspricht. Vor einigen Tagen habe ich Die letzte Versuchung Christi geschaut und durfte lernen, dass Sterben seliger sein kann als Überleben. Ich erhebe ja keine Märtyrer-Ansprüche (noch nicht), aber man muss sich immer die besten Leute als Vorbilder nehmen, nicht?
Gestern gab's That Dragon, Cancer als Spielerlebnis (natürlich auch gut gewählt) und wieder denke ich: Das ist doch eigentlich schön, was man daraus machen kann. Wenn du leidest, mach einfach Kunst daraus. Je größer das Leid, desto eindringlicher die Kunst. Und das will ich doch sein, Künstler meiner selbst.

Wird alles anders klingen, wenn irgendwann richtige Schmerzen einsetzen. Aber als nicht vierdimensionales Wesen kann mir das erstmal egal sein.

Kommentare:

  1. "das ist sowas Instinktives, dass in der Wirbelsäule eigentlich nichts stecken sollte"....endlich sagt´s mal einer! Ich krieg da in schöner Regelmäßigkeit ne nicht so kleine Kanüle rein und versuche immer zu vermitteln daß es eben NICHT um den Schmerz geht sondern darum daß einem der Körper die ganze Zeit "mach das da weg" funkt. Merci dafür!

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  2. "Russen müssen Kälte vertragen" !!
    - Ich warte auf mein Hassgedicht.. 🤔😂

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