Sonntag, 21. Februar 2016

21. Februar 2016 | Schlaf und Sehnsucht

Ich moderiere gerne "Werwölfe". Und dann stehe ich da und frage mich laut: "Wo sind wir eigentlich?" Und die Leute sagen: "Wir sind bei *das Dorf schläft ein*." Und ich sage: "Nein, ich meine: wo sind wir?"

Gestern war es das Großdorf Marburg, wo fiese Burschenschafter eingefallen sind, sowie ein Freude-Glitzer-Einhorncommunity, die von Schlankheits-eifersüchtigen Nashörnern heimgesucht wurde. Das war schön. Jede Nacht und jeden Tag ist irgendjemand aufgespießt worden. Mit viel Freude, Liebe und noch mehr Glitzer. Friendship is magic.

Und da ich zu wenig geschlafen habe und im Kopf immer noch nicht ganz klar bin, folge ich meiner letzten Drohung und präsentiere

5 Werke voller Sehnsucht 


1. Sans Soleil von Chris Marker


Eine Frau liest die Beobachtungen und Gedanken eines Mannes, der durch die ganze Welt reist und über die Veränderungen in ihr sinniert. Danach (eigentlich schon dabei) möchte man nichts anderes, als eine Weltkulturreise anzutreten. "Filmessay" mag unaufregend klingen, aber was könnte aufregender sein, als ein neuer Blick auf die Welt?

2. The Legend of Zelda: The Wind Waker von Nintendo

Die Freiheit auf See ist vielleicht die schönste Freiheit von allen. Auf sanften und manchmal weniger sanften Wellen hinaus in eine selbst in ihren düstersten Momenten freundliche, heimisch wirkende Cel-Shading-Welt. Als wäre man Held, Erforscher, Abenteuerer, Entdecker in einem großen Lieblingszeichentrickfilm. Die nächste Insel ruft schon.

3. Y Tu Mamá También von Alfonso Cuarón

Sehnsucht nach der Lust, nach dem Leben, nach etwas Neuem und nach dem perfekten Strand, falls es ihn überhaupt gibt. Im Hintergrund sucht ein Land nach einer (hoffentlich) neuen Identität, im Vordergrund dürfen zwei Jünglinge von einer Frau lernen, erwachsen zu werden: "You have to make the clitoris your best friend!" . "What kind of friend is always hiding?" Irgendwo da draußen ist übrigens ein Mensch, der diesen Film sah und dachte: "Der Regisseur muss unbedingt den nächsten "Harry Potter" drehen!"

4. Das wandelnde Schloss von Hayao Miyazaki

Der Zeiger über der Tür dreht sich und du trittst ganz woanders hinaus. Innendrin wärmt dich ein sprechendes Feuer, draußen wartet ein Welt voller Hexen, Hundespione und steampunk-mäßiger Wunder. Da können nebenher noch so viele Kriege toben, ich bin gerne dabei. Von mir aus auch als Putzkraft.

5. Out There von Mi-Clos-Studios

Das Weltall, unendliche Weiten. Allein, nach unbekannt vielen Jahren im Kälteschlaf, irgendwo am Rande der Galaxie. Sicher ist es stressig, immer auf Treibstoff, Sauerstoff und Schiffszustand zu achten, und ärgerlich, wenn man aus Mangel an etwas einen jähen Tod im Weltraum findet. Aber es kann so viel im nächsten System warten: Ein verlassenes Schiff zum Übernehmen, Aliens, die einem etwas Neues beibringen, Portale, die ins Ungewisse führen, Signale, denen man folgen kann, Risiken, die man auf sich nimmt oder umgeht. Genau das Richtige, wenn man schlafen geht, aber noch nicht schlafen will. Licht aus, Smartphone an und ab auf eine gemächlich-atmosphärische Reise ins Unbekannte.

Kommentare:

  1. Ist "into the wild! zu kommerz? Ich kenne viele der Filme von deiner Liste. Y Tu Mamá También sogar erst vor kurzem gesehen. Dennoch hat bei mir selten etwas eine solche Sehnsucht ausgelöst wie "into the wild". Das Buch mehr als der Film, aber gut.

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  2. Nie gelesen und der Film hat sich damals nicht sonderlich in meinem Kopf festgesetzt.

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  3. Vielleicht, ganz vielleicht, passt das noch in dein Zeitfesnter. finde es sehr schön, sehr objektiv geschrieben. Ist quasi von einem Journalisten, der recherchiert hat, wie er wohl gelebt hat. Aber vielleicht reicht die Sehnsucht der Filme auch schon aus ;)

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  4. Das wandelnde Schloss ist einer meiner Lieblingsfilme und schon wenn ich den Namen lese wird mir ganz wild ums Herz. Deine kurze Beschreibung dafür, ist mega schön!

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